Eigentlich wollte ich etwas über die größten Ausbeuter der aktuellen Geschichte schreiben...
Eigentlich wollte ich etwas über die größten Ausbeuter der aktuellen Geschichte schreiben, also über die Schmarotzer der Gesellschaft, über diejenigen, welche eine Minderheit in Knechtschaft hält und ohne Rücksicht auf deren Überleben sie einfach ausnimmt, das Letzte aus ihnen herausholt, ohne jemals auch nur daran zu denken, sich zu bedanken oder gar Liebe und Dankbarkeit zurückzugeben. Diese größten Ausbeuter sind skrupellos, gekennzeichnet von großem Hass auf diejenigen, welche ihnen ein Leben ermöglichen, welche ihnen Zeit und andere brauchbare Dinge großzügig geben. Es ist eine Einbahnstraße mit einem Sackgassenschild. Wie lang die Straße ist, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass sie endlich ist. Den Ausbeutern ist das egal – sie können sich nicht vorstellen, dass die Ressourcen, von denen sie so bequem leben, eines Tages versiegen. Es herrscht große Einigkeit darüber, dass die Dinge verteilt werden müssen, welche genommen werden. Eine bewundernswerte Großzügigkeit wird dabei an den Tag gelegt. Geben ist eine Tugend – durchaus heilsam und hoch anzuerkennen, allerdings nur, wenn man selbst dafür Energie, in welcher Form auch immer, erbracht hat. Nur dann ist der Kreislauf intakt, dann kommt auch Energie wieder zurück. Geben und Nehmen. Vielleicht mag der eine oder andere denken: Jemandem etwas wegzunehmen, bedarf auch einer gewissen Energie. Das stimmt, und es wird auch etwas zurückkommen. Geben und Nehmen ist kein Nullsummenspiel. Es ist ein produktives Ereignis – es ist ein Zusammenspiel, welches sich gegenseitig befruchtet. Es ist zudem ein Wechselspiel: Mal gibt der eine, mal nimmt der andere. Der heimliche Motor des Zusammenseins – künftiger Gesellschaften. Wegnehmen und Festhalten ist demzufolge das ganze Gegenteil. Wegnehmen und Geben ist ebenfalls nicht besser. Leben ist Homöostase. Wenn euch also das Leben so wichtig ist, wie ihr immer behauptet, warum lebt ihr nicht danach? Weil ihr Ausbeuter seid – die größten Ausbeuter. Ihr seid genauso wenig sozial, Sozialisten, wie die sozialen Medien sozial sind.
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