Streng dich an, damit es leichter wird. Eine simple und vor allem, auch wenn ich das Wort schon fast nicht mehr hören oder lesen mag, eine „nachhaltige“ Formel.
Streng dich an, damit es leichter wird. Eine simple und vor allem, auch wenn ich das Wort schon fast nicht mehr hören oder lesen mag, eine „nachhaltige“ Formel. Sie wirkt, richtig angewendet vorausgesetzt, auf alle elementaren Bereiche des Lebens, also auf Seele, Körper und Geist. Nun, was ist damit gemeint? Wie wird diese Formel angewendet? Die Grundvoraussetzungen sind die Beobachtung, die positive Neugier am Entdecken, die Lust am Lernen und an der Entwicklung. Diese Voraussetzungen sind sozusagen die Eintrittskarte in den ewigen Kreislauf der Formel. Excel würde wahrscheinlich einen Zirkelbezug melden, aber hier sind diese sich einander bedingenden Voraussetzungen eine Notwendigkeit. Zuerst widmen wir uns dem Beobachten, und wir fangen bei unseren Mitmenschen an. Ja, es ist leichter, zuerst bei anderen zu schauen, aber immer noch anstrengend genug, damit wir der Formel gerecht werden. Also, was sollen wir schauen und beobachten? Nun ja, schaut, wie die Menschen um euch herum laufen, joggen, sitzen, stehen, wie sie sich bewegen. Genauer: Wie ist der Rhythmus? Was machen Arme und Beine beim Laufen? Machen beide Arme mit? Hängt ein Arm einfach nur herunter und lässt den anderen die Überstunden machen? Schwankt der Oberkörper zu einer Seite bei jedem Schritt? Schaut euch die Hände an. Sehen diese aus, als könnten sie kraftvoll zupacken, oder hängen sie wie ein Fremdkörper am unteren Teil des Armes, wie leblos? Die tote Hand ist ein weit verbreitetes Phänomen in der heutigen Zeit und ein deutliches Zeichen der reziproken Anwendung der Formel. Habt ihr schon einmal beobachtet, wie sich Menschen hinsetzen? Wie sie sich auf die Sitzmöbel fallen lassen, manche aus großer Höhe, manche nur die letzten Zentimeter, bevor das Gesäß den Stuhl oder Autositz erreicht. Es gibt beinahe unzählige Situationen, die beobachtet werden können. Dafür braucht es keine Ausbildung oder ein Studium, es geht nur darum, das Beobachten zu schulen. Mit ein wenig Übung sieht man die Unterschiede und erkennt das Elend. Dabei dient diese Übung nicht dazu, sich über die Mitmenschen lustig zu machen, im Gegenteil, denn wenn man es geschafft hat, ein guter Beobachter zu werden, dann richtet sich der gleiche Blick auf sich selbst. Bitte nehmt es mit Humor, wenn ihr zum ersten Mal bewusst erlebt, wie ihr auf euer geliebtes Sofa fallt, von Hinsetzen kann hier oft nicht mehr die Rede sein. Okay, könnt ihr es einmal auch ohne diesen finalen Plumps? Könnt ihr laufen, ohne zu schwanken? Können die Arme einmal im richtigen Rhythmus mit den Beinen beim Laufen schwingen? Der durchschnittliche Mensch um die fünfzig kann es nicht. Nicht schlimm? Wie man es nimmt. Aber das ständige Schonen, Ausweichen und Vermeiden führt zwangsläufig und zielgenau in viele der Zivilisationskrankheiten, welche die Menschen gemeinhin doch nicht mögen. Viele sind vermeidbar, wenn man sich anstrengt, damit es leichter wird. Also denke daran, wenn du das nächste Mal in deinen Sessel fällst: Kannst du es auch anders? Dann mache es!
Mehr aus Gesundheit