An den Stammtischen der Frauen wird Folgendes berichtet:
„Er hat 37,1 Grad – ich überlege schon, ob ich die Familie informieren muss.“
„Er liegt im Bett wie ein Kriegsopfer, dabei ist es nur ein Husten.“
„Sobald er krank ist, funktioniert plötzlich nichts mehr: weder Beine noch Ohren.“
„Ich hatte letzte Woche dasselbe – nur bin ich dabei arbeiten gegangen.“
„Er braucht Tee, Suppe, Mitleid und eine komplette Pflegekraft. Mindestens.“
Worüber sich in der heutigen Zeit so gern lustig gemacht wird, ist eine, wenn nicht die bedeutendste entwicklungsgeschichtliche Errungenschaft, welche – und ich übertreibe nicht – ebenso dazu beigetragen hat wie die Eigenschaft der Frauen zu gebären, die menschliche Art zu erhalten. An den Stammtischen der Frauen wird Folgendes berichtet: „Er hat 37,1 Grad – ich überlege schon, ob ich die Familie informieren muss.“ „Er liegt im Bett wie ein Kriegsopfer, dabei ist es nur ein Husten.“ „Sobald er krank ist, funktioniert plötzlich nichts mehr: weder Beine noch Ohren.“ „Ich hatte letzte Woche dasselbe – nur bin ich dabei arbeiten gegangen.“ „Er braucht Tee, Suppe, Mitleid und eine komplette Pflegekraft. Mindestens.“ „Die Männergrippe ist die einzige Krankheit, bei der Google sofort ‚Testament schreiben‘ vorschlägt.“ „Ich pflege und bemitleide ihn – und hebe mir das Augenrollen für später auf.“ Liebe Frauen, jetzt erfahrt ihr den wirklichen Grund für das Verhalten eurer Männer. Vor vielen Jahren, zu Zeiten der Säbelzahntiger und noch gefährlicherer Kreaturen, musste der Mann bei dem nur leisesten Gefühl von Krankheit, zum Beispiel beginnendem Schnupfen, unbedingt dafür sorgen, dass ihn seine Frau auf gar keinen Fall in die Wildnis zum Jagen schickte. Denn es liegt auf der Hand, dass selbst ein Mann, wenn er einem Mammut mit einem einzigen Schlag seiner Keule das Licht ausblasen wollte, im Vollbesitz seiner Kräfte sein musste – sonst wäre es schnell vorbei gewesen mit ihm und dem Mammutsteak im trauten Heim mit seiner Familie. Also blieb ihm nichts anderes übrig, schon beim leisesten Kratzen im Hals zu jammern und wehleidig zu sein, was seine schauspielerischen Fähigkeiten hergaben. Er machte es nicht im Eigeninteresse, sondern ausschließlich, um den Fortbestand seiner geliebten Familie zu sichern. Liebe Frauen, wenn ihr also eure Männer in voller Hingabe im Falle einer Männergrippe versorgt und verhätschelt, dann wird er es euch danken. Das Gefühl, welches er dann in sich spürt, weil er von euch verstanden wird, lässt sich nur mit absoluter Liebe beschreiben. Was könnt ihr euch also mehr wünschen, wenn ein Mann mit der Männergrippe um sein Leben ringt, als zu wissen, dass er es im Grunde nur für euch und eure Familie tut.
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