Politik & Macht
Vertrauen ist gut
Politische Satire über Macht, Verantwortung und Demokratie
Von Der Levitenleser · 22. Februar 2026
Ja, das finde ich auch: Wir sollten und können unseren Politikern vertrauen.
Ja, das finde ich auch: Wir sollten und können unseren Politikern vertrauen. Nicht nur unseren demokratisch gewählten Politikern, sondern allen Politikern und ihren Institutionen auf der ganzen Welt. Wir in Europa haben ja noch das Glück, dass es über unseren nationalen Demokratien noch eine Spezialdemokratie gibt: das Europäische Parlament. Ich höre schon die Stimmen, welche sagen, dass die Präsidentin des Europäischen Parlaments initial (2019) gar nicht gewählt worden ist, sondern einfach benannt. Bei der Bundestagswahl 2021 in Berlin hat man es zugegebenerweise etwas mit unserer Demokratie übertrieben, und diese musste wiederholt werden. Aber das sind nur Ausnahmen, und sie bestätigen doch nur die Regel, und demzufolge kann es doch nur unser Vertrauen in die Politiker stärken. Auch die Protokolle des RKI-Institutes, welche eindrucksvoll belegen, wie sich unsere Politiker mit Eifer und Engagement über die wissenschaftlichen Standards und Aussagen der Experten hinwegsetzten, um uns Bürger zu retten und zu schützen. Okay, gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Aber ich finde, der gute Wille zählt. Wir sollten nicht so kleinlich auf die Realität schauen. Dass die sogenannten Epstein-Files den Eindruck vermitteln, dass die Elite der Welt pervers, korrupt und mörderisch ist – das halte ich persönlich für eine Verschwörung. Und falls doch Politiker auch unseres Landes darin vorkommen sollten, dann nur, um das Schlimmste zu verhindern. Oder der Bürger hat es wieder falsch verstanden, und dann werden wir über ein paar Wochen medial wieder in die Spur gebracht. Das finde ich auch richtig und wichtig; es gibt scheinbar Bürger, die sehr schwer zu belehren sind. Diese informieren sich leichtgläubig in den alternativen Medien. Bitte denken Sie bei „alternativ“ nicht an Menschen, welche im Bioladen jeden einzelnen Apfel in die Hand nehmen, auch die Äpfel, welche sie nicht mitnehmen, um dann den einen Apfel vorsichtig in ihren Jutebeutel zu legen. Einige der alternativen Medien sind hochkarätig finanziell ausgestattet, als Aktiengesellschaften oder in aufwendig gestalteten Holdingstrukturen organisiert. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, dass wir einfach mehr vertrauen sollten: den Politikern, den Medien, den Mainstream-Medien sowieso und auch den alternativen Medien. Das wurde mir diese Woche noch einmal vor Augen geführt. In einem Interview eines alternativen Senders wurde ein General a. D. zur Kampfbereitschaft und zur Aufrüstung der Truppe befragt. Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, und so sagte der General bei der Verabschiedung: „Vielen Dank für das Gespräch, es hat Spaß gemacht.“ Das ist das Schöne an unserer Demokratie: Alle sind sich nun endlich einig, dass es Spaß macht, über Krieg und Aufrüstung zu reden.
Mehr aus Politik & Macht